R+F FilterElements logo
Zurück zum Blog
Filter Technology31. Oktober 20266 Lesezeit

Hydrophobe Glasmikrofaser — warum abgeschiedenes Wasser Tropfen bildet und keinen Film

Ein Koaleszenzelement funktioniert nur, wenn abgeschiedene Flüssigkeit es wieder verlässt. Borosilikat-Mikrofaser nimmt Flüssigkeit weder auf noch an, und ihre hydrophobe Oberfläche lässt Wasser zu Tropfen perlen, die in den Sumpf ablaufen.

Seite teilen WhatsApp LinkedIn E-Mail
RF-C Koaleszenzelement aus hydrophober Borosilikat-Mikrofaser

Zusammenfassung

Glasmikrofasermedien sind weder absorbierend noch adsorbierend; sie behalten ihre ursprünglichen Eigenschaften und halten einen hohen Abscheidegrad bei geringem Druckverlust. Die Fasern sind hydrophob: Abgeschiedenes Wasser bildet Tropfen statt eines Films. Kleine Aerosole koaleszieren zu größeren Tropfen, die zum Boden des Elements und in den Sumpf sinken, wo ein manueller oder automatischer Ablass sie entfernt. Druck, Temperatur, Geschwindigkeit, Feuchte und die Aerosoleigenschaften beeinflussen die Koaleszenz.

Ein Aerosol abzuscheiden ist nur die halbe Aufgabe. Ein Koaleszenzelement muss die gesammelte Flüssigkeit auch wieder loswerden — kontinuierlich, ohne zu verblocken und ohne sie erneut freizugeben. Wie gut das gelingt, hängt stark vom Filtermedium ab. Borosilikat-Mikrofaser hat zwei Eigenschaften, die sie besonders geeignet machen: Sie ist nicht saugfähig und sie ist hydrophob.

Nicht saugfähige Medien behalten ihre Eigenschaften

Glasmikrofasermedien nehmen Flüssigkeit weder in die Faser auf noch lagern sie sie an der Faseroberfläche an. Die Fasern quellen, erweichen oder verändern ihre Struktur daher nicht, wenn sie mit Öl oder Wasser benetzt werden. So behalten die Medien über die Standzeit ihre ursprünglichen Eigenschaften — das ermöglicht einen hohen Abscheidegrad bei sehr geringem Druckverlust.

Nicht saugfähige Medien behalten ihre Eigenschaften
Glasmikrofasermedien nehmen Flüssigkeit weder in die Faser auf noch lagern sie sie an der Faseroberfläche an.

Hydrophob: Tropfen statt Film

Die Glasmikrofasern in R+F-Koaleszenzelementen sind hydrophob (wasserabweisend). Abgeschiedene Wasseraerosole perlen daher zu Tropfen ab, statt sich als geschlossener Film über die Fasern zu legen. Zwischen Tropfen bleiben Strömungswege offen; ein Film würde sie schließen. Dieser Zustand ist günstig für einen dauerhaft hohen Abscheidegrad und einen stabilen Differenzdruck.

Kernaussage: Hydrophobe, nicht saugfähige Fasern lassen abgeschiedene Flüssigkeit abperlen und ablaufen, statt das Element zu durchtränken. Deshalb läuft ein richtig ausgelegter Mikrofaser-Koaleszer auch bei ständiger Benetzung mit geringem Differenzdruck.
0
Von den Fasern aufgenommene Flüssigkeit
Tropfen
Kein Film — offene Strömungswege
0,7 bar
Typisches Δp-Wechselkriterium
99,99 %
RF-C-51230-HE @ 0,01 µm

Vom Aerosol zur abgeleiteten Flüssigkeit

Sind Öl- oder Wasseraerosole an den Fasern abgeschieden, müssen sie das System verlassen. Dazu koaleszieren sie zuerst: Kleine Tröpfchen vereinigen sich zu größeren. Die großen Tropfen haben dann genug Masse, um zum Boden des Mediums und in den Filtersumpf zu sinken. Ein manueller oder automatischer Ablass leitet die gesammelte Flüssigkeit ab. Funktioniert der Ablass nicht, füllt sich der Sumpf und Flüssigkeit wird zurück ins Gas getragen — siehe Flüssigkeitsdurchbruch in Gasfiltern.


"

Sie brauchen Hilfe bei der Wahl der richtigen Elementqualität?

Size Your Filter Online

Use our free Engineering Tool to get a filtration recommendation for your specific application in under 2 minutes.

Open Sizing Tool

Bedingungen, die über die Koaleszenz entscheiden

Koaleszenz ist ein physikalischer Vorgang, der nur bei günstigen Bedingungen stattfindet. Druck, Temperatur, Gasgeschwindigkeit, Feuchte und die Eigenschaften des Aerosols selbst — Dichte, Viskosität und Oberflächenspannung — beeinflussen sie. Aufbau, Anordnung, Größe und Art des Mediums sind daher entscheidend.

FaktorWirkung auf die KoaleszenzWas prüfen
GasgeschwindigkeitZu hoch: Wiedermitreißen, höherer ΔpBetriebsvolumenstrom vs. Gehäuseleistung
TemperaturVerändert Viskosität und DampfanteilFilter nach dem Kühler, innerhalb der Element- und Gehäusegrenzen
AerosoleigenschaftenDichte, Viskosität, OberflächenspannungÖlsorte, Wasser, Lösemittel
FlüssigkeitsbeladungSchwalle überlasten das ElementAbscheider oder Catch Pot davor
AblaufVoller Sumpf = DurchbruchAblassfunktion, Einbaulage
⚠ Wichtig: Koaleszenzelemente sind nicht reinigbar. Wechseln Sie sie bei einem Differenzdruck von 0,7 bar — und im H₂-/O₂-Elektrolysebetrieb, wenn ein Koaleszenzelement anstelle eines Sinter-PTFE-Elements gewählt wird, spätestens alle 3 Monate. Flüssigkeitsschwalle müssen vorher entfernt werden, zum Beispiel mit einem Catch Pot.
Key Takeaway
  • Glasmikrofasermedien nehmen Flüssigkeit weder in die Faser auf noch lagern sie sie an der Faseroberfläche an.
  • Die Glasmikrofasern in R+F-Koaleszenzelementen sind hydrophob (wasserabweisend).
  • Sind Öl- oder Wasseraerosole an den Fasern abgeschieden, müssen sie das System verlassen.
  • Koaleszenz ist ein physikalischer Vorgang, der nur bei günstigen Bedingungen stattfindet.

Elementauswahl

Für Öl- und Wasseraerosol in Druckluft und Prozessgas ist ein Endkoaleszer wie RF-C-51230-HE (99,99 % @ 0,01 µm) der Standard; für kleine Gehäuse ist RF-C-25064-ME (99,5 % @ 0,01 µm) eine häufige Wahl. Standard-Koaleszenzelemente arbeiten von −50 bis +150 °C; silikatgebundene Elemente vertragen höhere Temperaturen, die Gehäusegrenze gilt aber immer (Aluminium 120 °C, Edelstahl 200 °C, dichtungsabhängig). Wo Wasser oder Elektrolyt absolut zurückgehalten werden müssen, ergänzt ein nachgeschalteter Membranabscheider eine Flüssigkeitssperre.

Mehr Hintergrund: Technical Note „Warum Borosilikat-Mikrofaser?“ (PDF) und alle Datenblätter in der Download-Bibliothek.

Sie brauchen Hilfe bei der Wahl der richtigen Elementqualität?
Zum Engineering-Auslegungstool → oder senden Sie uns Ihre Betriebsdaten — wir antworten mit einer konkreten R+F-Konfiguration.

Weiterführende Artikel

Sie brauchen Hilfe bei der Filterauswahl?

Unser technisches Team prüft Ihre Anwendungsanforderungen und empfiehlt die optimale Filtrationslösung.

Ähnliche Artikel