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Filter Technology31. Oktober 20266 Lesezeit

Sedimentation, Trägheit, Interzeption, Diffusion — so scheidet Glasmikrofaser Aerosole ab

Ein Koaleszenzelement siebt nicht. Es scheidet Tropfen und Partikel über vier physikalische Mechanismen ab, die jeweils in einem anderen Größenbereich am stärksten sind. Wer sie versteht, versteht Abscheidegrad, Druckverlust und richtige Auslegung.

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Koaleszenzelement RF-C aus Borosilikat-Mikrofaser für Druckluft und Gas

Zusammenfassung

Glasmikrofasermedien bestehen aus zufällig abgelegten, tiefen Faserlagen. Aerosole werden über vier Mechanismen abgeschieden: Sedimentation (etwa 20–50 µm bei geringer Geschwindigkeit), Trägheitsabscheidung (oberhalb von etwa 1 µm), direkte Interzeption (etwa 0,3–1 µm, bis auf einen halben Partikeldurchmesser an der Faser) und Diffusion durch Brownsche Bewegung (unter 0,3 µm). Zusammen decken sie den Bereich von über 50 µm bis unter 0,01 µm ab.

Glasmikrofasermedien bestehen aus tiefen Lagen zufällig abgelegter Fasern. Während Aerosole das Medium durchströmen, werden sie an den Fasern abgeschieden. Dabei arbeitet keine einheitliche „Lochgröße“ — vier getrennte physikalische Mechanismen bringen Tropfen und Partikel in Kontakt mit einer Faser. Jeder ist in einem anderen Partikelgrößenbereich am stärksten, und zusammen ermöglichen sie es Borosilikat-Mikrofaser, Aerosole von über 50 µm bis unter 0,01 µm abzuscheiden.

4
Abscheidemechanismen
> 50 µm
Größte abgeschiedene Tropfen
< 0,01 µm
Kleinste abgeschiedene Aerosole
@ 0,01 µm
Basis aller R+F-Qualitätsangaben

1. Sedimentation

Sind die Geschwindigkeiten im Filterelement sehr gering, können größere Aerosole — meist 20 bis 50 µm Durchmesser — schon vor dem Medium aus dem Gasstrom fallen. Erreichen sie das Medium, fallen sie beim Durchströmen weiter. Diese vertikale Bewegung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf eine Faser treffen und abgeschieden werden.

1. Sedimentation
Sind die Geschwindigkeiten im Filterelement sehr gering, können größere Aerosole — meist 20 bis 50 µm Durchmesser — schon vor dem Medium aus dem Gasstrom fallen.

2. Trägheitsabscheidung

Aerosole über etwa 1 µm haben so viel Impuls, dass sie dem Gas nicht um eine Faser herum folgen. Das Gas weicht aus; der Tropfen fliegt geradeaus weiter und prallt auf die Faser. Die Trägheitsabscheidung wird mit zunehmender Partikelgröße und Gasgeschwindigkeit wirksamer.

3. Direkte Interzeption

Partikel im Bereich von etwa 0,3 bis 1 µm folgen den Stromlinien des Gases. Einige dieser Stromlinien führen sehr nah an einer Faser vorbei. Kommt ein Partikel bis auf seinen halben Durchmesser an eine Faser heran, berührt es sie und wird gehalten — das ist Interzeption.


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4. Diffusion (Brownsche Bewegung)

Partikel unter etwa 0,3 µm verhalten sich nicht mehr wie kleine Tropfen. Ihre Masse ist so gering, dass sie nicht den üblichen Gesetzen bewegter Körper folgen; Gasmoleküle stoßen sie hin und her, und sie bewegen sich in zufällige Richtungen. Diese Brownsche Bewegung macht einen Faserkontakt wahrscheinlicher — und je kleiner das Partikel, desto stärker der Effekt. Wo sich Diffusion und Interzeption überlappen, um 0,3 µm, liegt die am schwersten abscheidbare Partikelgröße.

MechanismusTypischer GrößenbereichWird stärker bei
Sedimentation≈ 20–50 µmGeringer Geschwindigkeit, großen Tropfen
Trägheitsabscheidung> 1 µmHöherer Geschwindigkeit, größeren Partikeln
Direkte Interzeption≈ 0,3–1 µmFeinen Fasern, dichtem Medium
Diffusion< 0,3 µmKleineren Partikeln, längerer Verweilzeit
Kernaussage: Berührt ein Partikel eine Faser, wird es von zwischenmolekularen Kräften (Van-der-Waals-Kräften) gehalten, die weitgehend unabhängig von Partikelmaterial, Feuchte und Temperatur sind. Abgeschiedene Flüssigkeitsaerosole koaleszieren anschließend zu größeren Tropfen, die abfließen — siehe warum Wasser Tropfen bildet und keinen Film.

Warum die Geschwindigkeit für die Auslegung zählt

Die genannten Größenbereiche verschieben sich mit der Gasgeschwindigkeit. Steigt sie, spielt die Sedimentation für große Tropfen eine kleinere Rolle, weil sie in Schwebe bleiben, während die Trägheitsabscheidung stärker wird. Diffusion braucht Verweilzeit, daher werden sehr feine Partikel bei zu hoher Anströmgeschwindigkeit schlechter abgeschieden. Höhere Geschwindigkeit erhöht außerdem den Differenzdruck und kann koaleszierte Flüssigkeit wieder mitreißen. Deshalb werden Gehäuse und Elemente nach dem tatsächlichen Volumenstrom bei Betriebsdruck ausgelegt — nicht nach einem Katalogwert in Nm³/h. Unser Engineering-Auslegungstool übernimmt diese Umrechnung.

⚠ Wichtig: Überlastung eines Gehäuses verkürzt nicht nur die Elementstandzeit — sie verändert die Physik der Abscheidung. Zeigt ein Filter trotz hochwertigem Element Durchbruch, prüfen Sie zuerst den tatsächlichen Volumenstrom. Unsere Lösungsseite zum Flüssigkeitsdurchbruch in Gasfiltern listet die typischen Ursachen.
Key Takeaway
  • Sind die Geschwindigkeiten im Filterelement sehr gering, können größere Aerosole — meist 20 bis 50 µm Durchmesser — schon vor dem Medium aus dem Gasstrom fallen.
  • Aerosole über etwa 1 µm haben so viel Impuls, dass sie dem Gas nicht um eine Faser herum folgen.
  • Partikel im Bereich von etwa 0,3 bis 1 µm folgen den Stromlinien des Gases.
  • Partikel unter etwa 0,3 µm verhalten sich nicht mehr wie kleine Tropfen.

Vom Mechanismus zum Produkt

Alle R+F-Koaleszenz- und Partikelelemente nutzen dieses Borosilikat-Mikrofaserprinzip. Der Standard-Endkoaleszer RF-C-51230-HE ist mit 99,99 % @ 0,01 µm angegeben; das passende Partikelelement RF-P-51230-HE schützt vor trockenen Partikeln. Bei den Größen 51 × 230 und 51 × 476 beträgt der Außendurchmesser 62,5 ± 1,5 mm für Koaleszenz- und 58 ± 1,5 mm für Partikelelemente; Standard-Koaleszenzelemente arbeiten von −50 bis +150 °C, innerhalb der Grenze des Gehäuses.

Laden Sie die Technical Note „Warum Borosilikat-Mikrofaser?“ (PDF) als zweiseitige Zusammenfassung herunter oder finden Sie alle Datenblätter in der Download-Bibliothek.

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